Atemschulung
Per Definition ist Stottern eine Unterbrechung der Rede durch unkoordinierte
Bewegungen der Atmungs- Stimm- und Artikulationsmuskulatur.
Ein Stotterer atmet unbewusst „zu flach“ und „zu
hoch“, spricht meistens während des Einatmens oder am Ende
des Ausatmens. Dabei hat er immer wieder zu wenig Luft, will jedoch
krampfhaft weitersprechen, was nicht gelingen kann. Unkorrigiert verschlimmert
sich die Stottersymptomatik, und der Schweregrad der Fehlatmung hat
direkten Einfluss auf die Sprechkompetenz.
Genau hier setzt unsere Atemschulung für Stotterer an.
Das Ziel
Erlernen einer Atemtechnik unter Beherrschung des Zwerchfells.
Gekonnt atmen
Nervosität, Stress und Angst führen bei den meisten Stotterern
dazu, dass sie zu hastig atmen, und zwar mit der Brust statt mit dem
Zwerchfell. Tiefes, gleichmäßiges Ein- und Ausatmen sowie
die Konzentration auf die Zwerchfellatmung beruhigen in wenigen Minuten
und bilden die Grundlage für eine flüssige Sprechweise.
Durch
die Zwerchfellatmung wird die ganze Lunge belüftet. Einatmung und
Ausatmung sind hierbei unterschiedliche Vorgänge. Die Einatmung
erfolgt über eine aktive Anspannung des zwischen Brust- und Bauchraum
gelegenen Zwerchfells, dem wichtigsten Atemmuskel und der äußeren
Zwischenrippenmuskeln. Durch die elastischen Rückstellkräfte
der Lunge, die einem Gummizug vergleichbar sind, wird passiv ausgeatmet.
Das wird durch die inneren Zwischenrippenmuskeln unterstützt.
Nach dem Ausatmen erfolgt eine kurze natürliche Atempause (sehr
wichtig), in der passiv noch verbrauchte Luft aus der Lunge fließt.
Hierbei entspannt sich die Zwerchfellmuskulatur gleichzeitig mit den
Zwerchfellrippenmuskeln.
Gekonnt sprechen
Beim Ausatmen werden die tonerzeugenden Stimmbänder in Bewegung
gesetzt, in dem der vorher gedachte Satz in einem Fluss gesprochen wird.
Hier werden verblüffend schnell Erfolge erzielt wodurch die Eingangsmotivation
noch gesteigert wird.
Zur Stimmbildung schließen sich besondere Übungen zur Artikulation,
zur Stärke und zum Tempo an.